Ein Sommer auf Schienen
Ich tausche mein Auto gegen das GA, den Stau auf der Autobahn gegen die berühmte Schweizer Pünktlichkeit (auf Schienen) und den Kaffee am Steuer gegen entspanntes Dösen im Zug. Mit dem Plan, diesen Sommer die Schweiz zu erkunden, habe ich mir kurzerhand ein Sommer-GA gelöst. Das heisst, für einen ganzen Monat lang steht mir das gesamte SBB-Netz, viele Schweizer Seen und einige Bergbahnen offen. Und an meinem ersten freien Tag? Da zieht es mich von den Bergen… na ja, fast ans Meer. Zumindest bis zum Lago di Lugano.
Ab in den Süden
Früh am Morgen steige ich am St. Moritzer Bahnhof in den Zug. Es ist noch dunkel und die Aussentemperatur beträgt circa fünf Grad. Ich geniesse die Ruhe während der Tag langsam erwacht und sich bereits mit einem wunderschönen Morgenrot von der besten Seite zeigt. Vom hintersten Wagon habe ich den perfekten Ausblick auf die wilde Natur und natürlich den vorderen Teil des RhB-Zugs, der mit seiner roten Farbe einen perfekten Kontrast zur grünen Umgebung darstellt. Nach dem Albulatunnel verlieren wir ziemlich rasch an Höhe, während sich der Zug den Bergen entlang und über charakteristische Brücken ins Tal hinunter schlängelt. In Thusis geht es nach einer kurzen Kaffeepause mit dem Postauto weiter, und zwar vorerst wieder in die Höhe. Der Weg ins Tessin führt nämlich durch den San Bernardino Tunnel. Nach und nach verändert sich nicht nur die Vegetation und Architektur, sondern auch die Sprache. Spätestens als ich kurz vor Bellinzona die erste Palme entdecke, weiss ich, wir sind im Süden angekommen. Passend dazu heisst uns der Busfahrer in der Sonnenstube willkommen und wünscht einen "Buona giornata a tutti". Nun bringt mich der Zug weiter nach Melide.
Die Schweiz im Kleinformat
Mein Ziel: Swiss Miniature. In dem kleinen Park kann man die Schweiz in Kleinformat entdecken. Ich freue mich über jeden Ort bzw. jedes Gebäude, das ich bereits in Originalgrösse sehen durfte und kann gleichzeitig Inspiration sammeln für meine GA-Abenteuer im kommenden Monat. Melide liegt direkt am See und so bietet es sich an, mit dem Schiff weiterzureisen. Und da wir uns so quasi auf dem Meer befinden, gibt es auch einen Zwischenstopp in Italien. Kein Witz, Campione d'Italia ist eine italienische Exklave direkt am Lago di Lugano und wird von der ebensogenannten Schifffahrtssgesellschaft angefahren. Nach diesem kurzen Auslandsbesuch nehmen wir Kurs auf Lugano. Die Stadt versprüht mediterranes Flair, sei es bei einem Besuch auf dem Monte Brè oder einfach beim Flanieren im Stadtzentrum. Ausserdem lohnt sich ein Spaziergang durch den Parc Ciani, der in den warmen Nachmittagsstunden ein toller Schattenspender ist. Und so geniesse ich noch ein letztes Mal die warmen Sonnenstrahlen sowie die sommerliche Brise, bevor ich langsam die Heimreise antrete.
Mein erstes Fazit als GA-Testerin: Für solche Sommerferientage lohnt es sich allemal :)
Swiss Miniature von März - November geöffnet
Tagesprogramm
von Corinne Lötscher



